Was passiert, wenn ihre Immobilie plötzlich unter Schutz gestellt wird?

Sie aber möchten nicht, dass man ihr Haus schützt. Denn als Besitzer befürchten sie berechtigterweise einen markanten Wertverlust.

Plötzlich erhalten sie einen Brief, der ihnen als Immobilienbesitzer keine Ruhe mehr lässt. Darin teilt ihnen die Gemeinde mit, dass sie mit der Überarbeitung der Schutzpläne für Natur- und Kulturobjekte begonnen hat. Konkret heisst das: Sie will im Ortskern gewisse Gebäude unter Schutz stellen. Darunter auch das von ihnen. Ihr Haus soll mit dem Schutzstatus «wertvoll» versehen und in das Inventar der Denkmalpflege aufgenommen werden. Die Gemeinde schreibt dazu: «Das Haus steht an einer Gelenkstelle im Dorf, an einer wichtigen Lage. Es hat neben seinem beachtlichen Einzelwert einen ausserordentlich hohen Stellenwert.» Was nach schönen Komplimenten klingt, ist viel eher eine Ankündigung für jede Menge Ärger.

Denn sie möchten gar nicht, dass ihr Haus in das Inventar der Denkmalpflege aufgenommen und geschützt wird. Ihr Haus ist zwar alt und es wurde gemäss der Denkmal-Datenbank ihres Kantons bereits erwähnt. Jedoch erscheint es ihnen so, dass ihr Haus weder architekturhistorisch besonders speziell ist, noch hat je eine berühmte Person darin gewohnt.

Sie haben viel Geld in ihr Haus gesteckt. Seit vielen Jahren leben Sie nun in dem Haus und haben viel in den Umbau investiert. Zeit und Geld – immer unter Einhaltung der geltenden Bauvorschriften.

«Haus wird an Wert verlieren»

Tatsächlich würde der Schutzentscheid wohl nicht nur bei künftigen Bauvorhaben einschränken. Es ist zu befürchten, dass er auch Auswirkungen auf den Wert des Gebäudes hätte. Dieser Entscheid wird für sie einen relevanten Wertverlust bedeuten. Zudem verkleinert er auch die Gruppe potenzieller Käuferinnen oder Käufer. Denn: Wer will schon ein Haus kaufen, an dem er dann nicht Dinge nach seinem Geschmack umbauen kann? Quasi die Katze im Sack zu kaufen?

Eine Einschätzung die auch der Hauseigentümerverband nachvollziehen kann. «Eine Unterschutzstellung schränkt die Nutzungsmöglichkeiten ein und verursacht deshalb in der Regel einen Wertverlust, sie ist das Schreckgespenst eines jeden Hauseigentümers. Seine Handlungsfreiheit betreffend Ausbau und Veränderungen der Liegenschaft wird beschnitten, und die Unterhaltsaufwendungen erhöhen sich.»

Wenn die Gemeinde sie als Betroffenen über die Schutzpläne informiert läuft im Nachgang ein  «Mitwirkungsverfahren». Hier können sie noch einwirken und mit Einwänden den Kanton bzw. die Gemeinde zum Umdenken bewegen. Das Herbeiziehen eines Fachanwaltes in den Bereichen Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht kann sich für sie lohnen.

Brauchen Sie mehr Auskünfte und eine Beratung in den Themen Bauen, Renovieren, Kaufen oder Verkaufen von Immobilien? Unser Geschäftsführer, Richard Lüdi, steht ihnen gerne zur Verfügung. Es ist nie zu früh für ein unverbindliches Gespräch. T 079 102 77 85 oder E richard.luedi@remax.ch