Der Traum vom Eigenheim rückt für viele in der Zentralschweiz weiter in die Ferne. Die Immobilienpreise steigen – und das in einem Tempo, das viele überrascht. Besonders betroffen: die Kantone Luzern und Zug. Grund dafür ist nicht nur die hohe Nachfrage, sondern auch die jüngste Entscheidung der Schweizerischen Nationalbank, den Leitzins auf 0 % zu senken. Diese Maßnahme wirkt sich unmittelbar auf den Immobilienmarkt aus – mit deutlichen Folgen für Käufer:innen und Investor:innen.
In Luzern zeigt sich die Entwicklung bereits deutlich:
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Im Jahr 2024 stiegen die Preise für Eigentumswohnungen im Durchschnitt um 6,6 %
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In besonders gefragten Lagen wie der Stadt Luzern und den Gemeinden am See sogar um 8,5 %
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Selbst ländlichere Regionen wie das Entlebuch verzeichneten spürbare Preiszuwächse
Der Durchschnittspreis für eine Fünf-Zimmer-Wohnung im Kanton Luzern liegt mittlerweile bei rund 1,3 Millionen Franken – eine enorme Summe für viele, vor allem junge Familien oder Durchschnittsverdiener:innen.
Noch dramatischer ist die Lage im Kanton Zug, wo die Nachfrage das Angebot massiv übersteigt. Die Region verzeichnet seit Jahren den höchsten Preisanstieg der Schweiz – mit gravierenden Unterschieden zum Landesdurchschnitt:
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Auf eine Eigentumswohnung kommen im Kanton Zug im Schnitt 13 Interessierte – im Rest der Schweiz sind es nur 1,5
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Bei Einfamilienhäusern liegt die Zahl der Interessent:innen bei 38, während schweizweit durchschnittlich nur 3 Personen auf ein Haus kommen
Vor eineinhalb Jahren kostete eine Fünf-Zimmer-Wohnung in Zug bereits 2,9 Millionen Franken. Heute dürfte der Preis noch höher liegen – vor allem, weil Zug als wirtschaftsstarke Region mit hoher Lebensqualität besonders bei vermögenden Käufer:innen und Investor:innen beliebt ist.
Warum heizt der neue Nullzins diese Entwicklung weiter an? Ganz einfach:
Mit günstigeren Hypotheken werden Immobilien für mehr Menschen finanzierbar – zumindest auf den ersten Blick. Gleichzeitig verlieren klassische Anlageformen wie Anleihen an Attraktivität. Für Investor:innen sind Immobilien deshalb aktuell besonders spannend: Sie gelten als stabil, wertbeständig und potenziell lukrativ. Das führt zu noch mehr Konkurrenz am Markt, was die Preise weiter nach oben treibt.
Für viele Haushalte mit mittlerem Einkommen bedeutet das: Ohne Hilfe von Familie oder ein hohes Eigenkapital ist der Weg ins Wohneigentum kaum noch zu schaffen. Zwar setzen einzelne Kantone, wie Zug, auf wohnpolitische Strategien und fördern den Bau von preisgünstigem Wohnraum – doch spürbare Auswirkungen auf die Preise lassen bisher auf sich warten.
Fazit:
Der Nullzins schafft kurzfristig Vorteile bei der Finanzierung, sorgt aber gleichzeitig für einen Immobilienmarkt, in dem sich viele kaum noch zurechtfinden – und in dem bezahlbares Wohnen zunehmend zur Ausnahme wird. Wer heute noch kaufen will, braucht gute Beratung, starke finanzielle Planung und oft auch Unterstützung aus dem privaten Umfeld.