Das starke Angebotswachstum bei Einfamilienhäusern aus dem Vorjahr setzte sich zwischen Juli 2024 und Juni 2025 nur leicht fort. Schweizweit wurden 77’517 Objekte online angeboten. Das entspricht einem moderaten Plus von 3.4 %. Im Vorjahr lag der Zuwachs noch bei beeindruckenden 36 %. Gleichzeitig verlängerte sich die durchschnittliche Insertionsdauer auf 79 Tage (+4 %). Das zeigt: Trotz sinkender Hypothekarzinsen bleibt die Nachfrage stabil, jedoch ohne zusätzlichen Schub.
Die Auswertung der Online Home Market Analysis von ImmoScout24, dem Hauseigentümerverband Schweiz und dem Swiss Real Estate Institute verdeutlicht: Nach Jahren mit stark wachsendem Angebot scheint sich der Markt langsam einzupendeln. Käuferinnen und Käufer profitieren von mehr Auswahl und etwas mehr Zeit in der Entscheidungsfindung. Für Verkaufsangebote bedeutet dies jedoch stärkeren Wettbewerb und damit höhere Anforderungen an eine professionelle Vermarktung.
Zentralschweiz holt Zürich ein
Regional zeigt sich ein differenziertes Bild. Während sich in der Zentralschweiz die Vermarktungsdauer auf nur noch 54 Tage verkürzt hat, bleibt Zürich mit 52 Tagen weiterhin Spitzenreiter – wenn auch knapp. Anders in der Westschweiz: In Genf (+12 Tage) sowie in Waadt/Wallis (+8 Tage) dauert ein Verkauf deutlich länger. Das Tessin bleibt Schlusslicht, hat sich aber mit minus 11 Tagen etwas erholt.
Nachfrage teilt die Schweiz in zwei Lager
Zum ersten Mal seit mehreren Jahren nimmt die Nachfrage nicht überall weiter zu. Rund die Hälfte der Regionen verzeichnet steigendes Interesse, die andere Hälfte eine Stabilisierung oder leichte Abschwächung.
• Zunehmende Nachfrage: Tessin, Zentralschweiz, Espace Mittelland, Ostschweiz
• Abnehmende Nachfrage: Genf, Waadt/Wallis und leicht auch Zürich
Einflussreich bleibt der demografische Wandel: Immer mehr Babyboomer verkaufen altersbedingt ihr Eigenheim. Hinzu kommt der klare politische Wille zur Förderung von Wohneigentum, etwa durch die Abschaffung des Eigenmietwerts und neue steuerliche Anreize für Ersterwerberinnen und Ersterwerber. Dies könnte den Zugang zu Eigentum künftig wieder erleichtern.